Wahnsinn Pflege
Wie im letzten Beitrag schon erwähnt, arbeite ich im Krankenhaus, bzw mache meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich liebe diesen Beruf, es war mir schon sehr früh klar, dass nur dieser Beruf für mich in Frage kommt. Er bringt so vieles mit sich, ist eine Herausforderung und Freude zugleich. Wenn ich Frühdienst habe und morgens um vier mein Wecker klingelt, ist es oft hart für mich aufzustehen, wenn ich dann halb sechs auf Station ankomme, einen Tee vor Dienstbeginn trinke und nachsehe, ob Zugänge gekommen sind, oder Verlegungen getätigt wurden, dann fühle ich mich heimisch. Es ist oft hart, keine Frage. Ich arbeite auch während der Ausbildung schon im drei Schicht System, das heißt dass ich manchmal auch einen Tag Spätdienst und den nächsten Tag Frühdienst habe, was für den eigenen Biorhythmus einer Katastrophe nahe kommt. Wenn ich dann morgens bei der Übergabe sitze, bin ich manchmal echt verdammt müde und muss aufpassen, dass ich alles mitkriege. Es ist unabdingbar in diesem Beruf konzentriert zu sein. Du musst von Anfang bis Ende deines Dienstes konzentriert sein. "Sind alle Patienten versorgt, hat Patient X seine Infusion erhalten, habe ich die Bilanzierung von Patientin Y gemacht, haben alle ihre Tabletten bekommen, ist alles dokumentiert?". Für den nachkommenden Dienst gibt es fast nichts schlimmeres, als fehlende oder lückenhafte Dokumentation. Die Arbeit einer Pflegekraft dreht sich sehr oft um das Dokumentieren von Gesundheits- und Pflegezuständen. Wenn man um acht Uhr morgens mit dem ersten Durchgang fertig ist, die Patienten gewaschen hat, dann wartet als nächstes die Visite. Leider gibt es einige Ärzte die nicht genau wissen, welche Arbeit ihre ganzen Änderungen mit sich bringen. Einigen meiner Kollegen ist es schon passiert, dass Ärzte etwas verschreiben wollten, was für den jeweiligen Patienten vollkommen ungeeignet war, darauf müssen wir dann hinweisen und er muss sich anders entscheiden. Wir arbeiten viel näher mit den Patienten zusammen, kennen ihre Erkrankungen, ihre Vorgeschichte und oft auch das private Umfeld. Wir sind Ansprechpartner, Seelsorger, helfende Hand und Freund zugleich. Viele ältere Patienten kommen aus dem Altenheim zu uns, sie sind teilweise sehr alleine und freuen sich, wenn da jemand ist, der mit ihnen reden kann. Ich finde es schade, dass einige Pflegekräfte sagen, sie hätten keine Zeit sich persönlich um Patienten zu kümmern, natürlich haben wir oft Stress und einen straffen Zeitplan, keine Frage. Ich habe es mir mittlerweile angewöhnt Patienten bei der Körperpflege ein wenig 'auszufragen', besonders ältere Damen freuen sich sehr, wenn man mit ihnen redet und auch etwas zu Familie, oder ehemaligem Beruf fragt. Außerdem lenkt sie das Gespräch davon ab, dass ich gerade in ihre Intimsphäre eindringe. Mir ist es auch schon passiert, dass Patienten bei der Körperpflege angefangen haben zu weinen. Das ist sehr traurig, weil manche von ihnen mit einem Schlag einen großen Teil der Selbstständigkeit verloren haben. Einfühlsam zu sein, ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die man als Pflegekraft haben muss. Wenn der Patient mir vertraut und wenn er weiß dass er hier in guten Händen ist, gelingt die Genesung viel schneller, als ohne diesen emotionalen Rückhalt.
Was ich mit diesem Beitrag aussagen will, was viele Pflegekräfte seit Jahren ausdrücken möchten, ist, dass ein Beruf in der Pflege, einer der härtesten ist, die es unserer heutigen Gesellschaft gibt.
Kranken-/Kinderkranken-/AltenpflegerInnen,etc. arbeiten unter einer enormen Belastung, sie tragen so viel Verantwortung, wie in kaum einem anderen Beruf und werden dafür auch noch schlecht entlohnt. Warum werden diese Menschen so schlecht bezahlt, obwohl sie einen Großteil ihrer Zeit zur Rettung/Verbesserung von Menschenleben aufbringen? Ist es nicht längst an der Zeit diesen Pflegekräften den nötigen Respekt entgegen zu bringen und ihnen, auch auf dem Lohnauszug, zu zeigen, was sie innerhalb der Gesellschaft leisten? Ich habe mir vom letzten Wahlkampf, insbesondere von der SPD, einen,wenn auch geringen, Wandel in der Pflege gewünscht, die SPD hat sich damit gebrüstet die Pflege zu verbessern und an den Problemen anzusetzen. Leider ist bis dato davon nicht mehr viel rübergekommen.
Ich wünsche mir, für alle Pflegekräfte in Deutschland, dass sich das schnell ändert.
Pflege ist kein Beruf, es ist eine Berufung, in der man mit Seele dabei sein muss. Krankenhäuser hören mehr Gebete, als Kirchen und mehr Flehen, als kaum ein anderer Ort auf dieser Welt, hier fließen täglich zu viele Tränen des Leides und Menschen werden gerettet, aber leider auch verloren. Die Menschen die sich für diese Patienten aufopfern sollten viel mehr respektiert werden.
Und ich hoffe sehr, dass dies die Gesellschaft auch bald bemerkt.
Mir ist bewusst, dass mein Blogeintrag am Pflegenotstand sicherlich nicht viel ändern wird, aber ich hoffe zumindest, dass einige es lesen und vielleicht ins grübeln kommen.
Denn das ist schon ein sehr guter Anfang.
Danke für's Lesen, Tschüssi :)
Was ich mit diesem Beitrag aussagen will, was viele Pflegekräfte seit Jahren ausdrücken möchten, ist, dass ein Beruf in der Pflege, einer der härtesten ist, die es unserer heutigen Gesellschaft gibt.
Kranken-/Kinderkranken-/AltenpflegerInnen,etc. arbeiten unter einer enormen Belastung, sie tragen so viel Verantwortung, wie in kaum einem anderen Beruf und werden dafür auch noch schlecht entlohnt. Warum werden diese Menschen so schlecht bezahlt, obwohl sie einen Großteil ihrer Zeit zur Rettung/Verbesserung von Menschenleben aufbringen? Ist es nicht längst an der Zeit diesen Pflegekräften den nötigen Respekt entgegen zu bringen und ihnen, auch auf dem Lohnauszug, zu zeigen, was sie innerhalb der Gesellschaft leisten? Ich habe mir vom letzten Wahlkampf, insbesondere von der SPD, einen,wenn auch geringen, Wandel in der Pflege gewünscht, die SPD hat sich damit gebrüstet die Pflege zu verbessern und an den Problemen anzusetzen. Leider ist bis dato davon nicht mehr viel rübergekommen.
Ich wünsche mir, für alle Pflegekräfte in Deutschland, dass sich das schnell ändert.
Pflege ist kein Beruf, es ist eine Berufung, in der man mit Seele dabei sein muss. Krankenhäuser hören mehr Gebete, als Kirchen und mehr Flehen, als kaum ein anderer Ort auf dieser Welt, hier fließen täglich zu viele Tränen des Leides und Menschen werden gerettet, aber leider auch verloren. Die Menschen die sich für diese Patienten aufopfern sollten viel mehr respektiert werden.
Und ich hoffe sehr, dass dies die Gesellschaft auch bald bemerkt.
Mir ist bewusst, dass mein Blogeintrag am Pflegenotstand sicherlich nicht viel ändern wird, aber ich hoffe zumindest, dass einige es lesen und vielleicht ins grübeln kommen.
Denn das ist schon ein sehr guter Anfang.
Danke für's Lesen, Tschüssi :)
Kranke_Schwester - 4. Apr, 19:26
